Bezeichnung


Entstehung der Bezeichnung „Handy“

Zur gängigen Bezeichnung für die neu eingeführten GSM-Mobiltelefone bürgerte sich ab etwa 1992 in der deutschen Umgangssprache der Begriff „Handy“ ein. Zur Entstehung des Begriffs gibt es zahlreiche widersprüchliche Erklärungsansätze, die bislang nicht schlüssig belegt werden konnten. Im Zweiten Weltkrieg produzierte Motorola erstmals neben dem Walkie-Talkie SCR-300, das auf dem Rücken getragen wurde, das Handie-Talkie SCR-536, das man wie ein Telefon in der Hand halten konnte. Bis heute gibt es Nachfolgemodelle dieses Namens, der seit 1963 auch in englischen Wörterbüchern geführt wird. Das erste D-Netz-Mobiltelefon, das den Begriff Handy im Namen führte, war das 1992 von Loewe vorgestellteHandyTel 100.

In (deutschsprachigen) CB- und Amateurfunker-Kreisen gab es die Bezeichnung Handy schon vor 1992; gemeint war damit ein hand-held transceiver also ein in der Hand gehaltener Sender und Empfänger; meist waren damit die kleinen, so ähnlich wie ein Telefon aussehenden, Funkgeräte für die UKW-Bänder 2 m, 70 cm und 23 cm gemeint, wie das YAESU FT23. Dieses Funkgerät war wesentlich kleiner und konnte mit einer Hand bedient werden, im Gegensatz etwa zum YAESU FT290, welches wesentlich größer war und welches man in der Regel mit zwei Händen bedienen musste.

Da im englischsprachigen Raum das Wort „Handy“ nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon verwendet, sondern als Adjektiv „praktisch/bequem/handlich“ übersetzt wird, wird es in der deutschen Sprache als Scheinanglizismus eingeordnet. Die traditionellen englischsprachigen Begriffe für Mobiltelefon lauten im amerikanischen sowie südafrikanischen Englisch cell(ular) phone, im britischen Englisch mobile phone oder kürzer nur portable oder mobile. In Slang-Wörterbüchern wird jedoch auch schon das Substantiv „Handy“ in der deutschen Bedeutung aufgeführt.

Bezeichnungen in anderen Sprachen/Ländern

Auch in anderen Sprachen haben sich teilweise sehr plastische Bezeichnungen für das Mobiltelefon eingebürgert. Zumeist richtet sich die Bezeichnung nach einer augenfälligen Eigenschaft des Gerätes.

Als sein wichtigstes Charakteristikum gilt die Portabilität: Der lateinische Wortstamm mobile findet sich – wie etwa in der deutschen Bezeichnung Mobiltelefon. Die Bezeichnung findet sich auch im Englischen (mobile phonemobile) und in vielen anderen Sprachen wieder, etwa im Spanischen (móvil) oder im Katalanischen (mòbil). Daneben haben sich die Bezeichnungen „Tragbares“ (portable im Französischenkeitai (携帯 oder auch ケータイ) im Japanischen) oder „Reisetelefon“ (matkapuhelin) im Finnischen etabliert.

In manchen Ländern richtet sich die Bezeichnung der Mobiltelefone nach deren Aufbewahrungsort: „Hosentaschen-Telefon“ (cep telefonu) im Türkischen, „Taschentelefon“ (fòn phoca oderfón póca) im Schottisch- und im Irisch-Gälischen sowie (poŝtelefono) im Esperanto.

In wieder anderen Sprachen zielt die Bezeichnung darauf ab, dass Mobiltelefone zum Telefonieren in der Hand gehalten werden: „Handtelefon“ (fòn làimhe) im Irisch-Gälischen, hand phone in vielen asiatischen Ländern (besonders: Singapur/Malaysia), sau kei oder shǒu jī (手机) (jeweils „Handmaschine“) in Hongkong und Chinamue thue als Kurzform von thorasap mue thue โทรศัพท์มือถือ („handgehaltenes Telefon“) in Thailand.

Oft nimmt die Bezeichnung auch den „zellulären“ Charakter des Mobiltelefonnetzes auf; eine häufige Bezeichnung ist daher „Netz-“ oder „Zelltelefon“ – so zum Beispiel das Englischecellular phone/cell phone (vor allem amerikanisches Englisch), das spanische celularkhelyawi im Libanonkomórka in Polen oder Ponsel (telepon selular) in Indonesien. Im Italienischenist neben der Bezeichnung (telefonocellulare – die den amerikanischen Sprachgebrauch widerspiegelt – auch die Diminutivform telefonino, also: „Telefönchen“ gebräuchlich. Während in Portugal die Bezeichnung telemóvel üblich ist, sagt man in Brasilien (telefone) celular.

In anderen Ländern wiederum leitet sich die Bezeichnung vom GSM-Standard ab: Bulgaren bezeichnen Mobiltelefone neben Mobifon (мобифон) auch als dzhiesem (джиесем), Isländer als Gemsi (was auf Isländisch außerdem so viel bedeutet wie junges Schaf). Im niederländischen Sprachraum gibt es regionale Unterschiede bei der Bezeichnung. Während der allgemeine Begriff mobiele telefoon lautet, welcher gerade in den Niederlanden selber auch oft abkürzend als mobieltje gebraucht wird, findet sich besonders in Flandern, aber auch im Großherzogtum Luxemburg, weitverbreitet der Begriff GSM. Auch in Slowenien wird der Ausdruck gsm (in englischer Aussprache) oder aber mobitel verwendet. Des Weiteren ist auchmobilnik gebräuchlich.

Darüber hinaus finden sich auch gänzlich andere Bezeichnungen: Im Iran werden Mobiltelefone als „Begleittelefon“ (telefon-hamráh oder hamráh – تلفن همراه) bezeichnet, in Israel als „Wundertelefon“ (pelefon - פלאפון). Hierbei ist zu bemerken, dass Pelephone auch der erste israelische Netzanbieter war. Das Wort wurde deshalb auch ins Palästinensisch-Arabische übernommen und als bilifōn ausgesprochen.

In vielen arabischen Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi Arabien wird es Jawwal – جوال bezeichnet, was „das, was durch die Gegend spaziert“ bedeutet und der Name der dortigen ersten Netzbetreiber ist. Dies ist zwar auch in den Palästinensischen Autonomiegebiete der Fall, dort hat sich aber der israelische Name bilifōn gehalten.

Auf dänischschwedisch und norwegisch heißt Mobiltelefon mobiltelefon oder kurz mobil. In Schweden ist umgangssprachlich daneben nalle zu hören, was „Teddybär“ bedeutet. Das kam ursprünglich vom Ausdruck Yuppie-nalle, da sich bis in die späten 1980er Jahre nur reiche Yuppies Mobiltelefone leisten konnten; sie trugen sie dann stolz „wie einen Teddybär“ umher.

In der Schweiz hat sich der Ausdruck Natel (als Abkürzung für Nationales Autotelefon) eingebürgert. Der Ausdruck wird jedoch von der Telefongesellschaft Swisscom als geschützte Marke allein für ihre Dienste beansprucht. Im Zuge der Öffnung des Mobilfunkmarktes verbreitet sich in der deutschsprachigen Schweiz der vom Netzbetreiber unabhängige Name Handyauch hier immer mehr.

Das Mobiltelefon im Alltag

Mobiltelefone als Ruhestörer

In einigen Umgebungen, insbesondere bei Aufführungen in Kinos, Theatern oder Opern und vor allem in Gotteshäusern oder auf Friedhöfen wird die Nutzung von Mobiltelefonen häufig als störend empfunden. Deshalb gehen etwa Kinobetreiber dazu über, die Nutzung aktiv oder passiv zu unterbinden. In Ländern wie den USA ist der Einsatz von Störsendern mittlerweile gängige Praxis, um eine störungsfreie Aufführung zu gewährleisten. In anderen Ländern wie auch Deutschland ist jedoch die Nutzung der Sendefrequenzen untersagt, da diese exklusiv den Netzbetreibern vorbehalten sind. Die Betreiber setzen deshalb auf die passive Störung von Funktelefonen durch eine gute Abschirmung der Säle. Das führt allerdings auch dazu, dass Mobiltelefone die maximale Sendeleistung abstrahlen.

In vielen Ländern wird das Mithören fremder Mobilfunkgespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln von den Mitfahrern oft als störend und als indirekter Zwang zum Mithören empfunden, zumal dabei meist lauter gesprochen wird als im Gespräch mit anwesenden Personen. In manchen Ländern, so in Japan, gilt es als verpönt, in öffentlichen Verkehrsmitteln Telefongespräche zu führen oder auch nur Klingeltöne erklingen zu lassen; auf diese Verhaltensregel wird mit Ansagen aufmerksam gemacht. In Graz wurde 2008 in den städtischen öffentlichen Verkehrsmitteln ein Telefonierverbot erlassen, das aber nicht exekutiert wird.

Mobiltelefone und Straßenverkehr

Die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung ist Fahrzeugführern in vielen Ländern verboten (in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Bei Nichtbeachtung des Verbotes werden Bußgelder, in Deutschland zusätzlich auch eine Eintragung von einem Punkt im Verkehrszentralregister verhängt. Als Benutzung des Mobiltelefons wird in der deutschen Rechtsprechung auch das Ablesen der Uhrzeit erachtet. Das Bußgeld beträgt deutschlandweit 40 Euro zuzüglich Gebühren und Auslagen (§ 23 Abs. 1a StVO). Grund dafür ist die Ablenkung des Fahrers sowie gegebenenfalls der „Wegfall“ einer Hand für das Lenken. Vielen ist nicht bekannt, dass ein „Headset“ nicht in allen Ländern als Freisprecheinrichtung anerkannt wird. Für Motorradfahrer, die auch während der Fahrt ihr Mobiltelefon nutzen möchten, existieren spezielle Motorrad-Gegensprechanlagen. Doch selbst bei Nutzung einer Freisprecheinrichtung kann ein Fahrer, wie neueste Studien zeigen, erheblich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt werden. Britischen Studien zufolge muss die Fahrbeeinträchtigung durch das Telefonieren mit derjenigen gleichgesetzt werden, die unter Alkoholeinfluss erfolgt.

Die Anbindung des Mobiltelefons an die Freisprecheinrichtung des Kfzs kann entweder über einen sogenannten Snap-in-Adapter erfolgen, oder kabellos über den Datenübertragungsstandard Bluetooth, und zwar über die Bluetooth-Profile Hands Free Profile (HFP) oder remote SIM Access Profile (rSAP), wobei rSAP aufgrund der Nutzung der Außenantenne des Kfzs zu bevorzugen ist, bislang aber nur von einigen wenigen Mobiltelefonen unterstützt wird.

Das Mobiltelefon im Krankenhaus

In Krankenhäusern ist das Einschalten von Mobiltelefonen oft nicht erlaubt, da befürchtet wird, die elektromagnetischen Felder könnten die Funktion medizinischer Geräte beeinträchtigen. Untersuchungen der Universitätsklinik Gießen haben allerdings ergeben, dass medizinische Geräte erst bei einem Abstand von weniger als einem Meter durch Mobiltelefone beeinträchtigt werden können. Es würde also ausreichen, das Verbot in Krankenhäusern auf Räume wie Intensivstationen zu beschränken. Eine an der Mayo-Klinik durchgeführte Studie ergab ebenfalls, dass Krankenhausgeräte nicht von Mobiltelefonen beeinflusst werden: In 300 Tests fanden die Forscher keinen einzigen Nachweis dafür, dass die Nutzung eines Mobiltelefons zu einer Störung von Apparaten auf Intensivstationen und in anderen Bereichen des Krankenhauses führen könnte.

Alle zugelassenen Geräte, besonders natürlich die in Krankenhäusern, müssen eine Mindest-Störfestigkeit aufweisen, die ein Mehrfaches der beim Betrieb von Mobiltelefone betragen muss. 

Das Mobiltelefon im Flugzeug

Auch in einigen Flugzeugen ist Mobiltelefonieren während des Fluges inzwischen erlaubt. Für Flugzeuge sind Systeme entwickelt worden, die den Gebrauch von Mobiltelefonen an Bord ermöglichen. Mehrere Fluggesellschaften planen, ihre Flugzeuge mit Sendegeräten auszustatten, die die Funksignale der Mobiltelefone über Satelliten an die Mobilfunknetze weiterleiten. Die Sendeleistung der Mobiltelefone wird durch das Bordsystem auf ein Minimum reduziert. Die Luftfahrtstandardisierungsgremien EUROCAE working group 58 und ihre US-amerikanische Entsprechung RTCA special committee 202 haben sich eingehend mit dem Thema befasst und Prüfvorschriften zum Nachweis der elektromagnetischen Verträglichkeit zwischen Mobilfunk und Bordelektronik entwickelt. EUROCAE hat die zugehörigen Nachweisverfahren und Analysen im Dokument ED-130 niedergelegt. In Deutschland regelt die Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebs-Verordnung – LuftEBV – den Gebrauch elektronischer Geräte an Bord von Flugzeugen. In dieser LuftEBV wird der Gebrauch von Funktechniken innerhalb der Kabine gegenüber vorherigen Versionen der Verordnung auf Basis der Arbeiten der oben genannten EUROCAE und RTCA-Gremien gelockert. Erste Mobilfunksysteme sind bereits in Übereinstimmung mit den einschlägigen Bauvorschriften für Flugzeuge von den europäischen Luftfahrtbehörden zugelassen. Gegenwärtig ist aber das Telefonieren mit Mobiltelefonen in der überwiegenden Mehrzahl der Flugzeuge nicht gestattet.

Mobiltelefonstrahlenfilter

Vielfach werden so genannte Mobiltelefonstrahlenfilter angeboten, die angeblich vor Strahlung schützen sollen. Vor dem Anbringen solcher Aufkleber oder Folien ist abzuraten, da diese die Nutzaussendung des Geräts beeinträchtigen können, wodurch der Regelkreis zwischen Mobilteil und Basisstation gestört wird. Dann sendet das Mobilgerät (und auch die Feststation) mit höherer Leistung, als in der jeweiligen Situation ohne Folie erforderlich wäre. Eine gesundheitsförderliche Wirkung der Filter gibt es deshalb nicht.

Zudem ist das Anbringen jeglicher Vorrichtungen (Blinkantennen, Metallfolien und dergleichen) an einem Mobiltelefon nur dann zulässig, wenn es der Hersteller ausdrücklich gestattet, da sonst die Zulassung zum Betrieb des Gerätes in der EU gemäß den einschlägigen Gesetzen und Richtlinien erlischt.

Rundfunkgebührenpflicht in Deutschland

  • Für Mobiltelefone mit direktem Empfangsteil für Rundfunksendungen (Radio, DVB-HDVB-T) gilt die normale Rundfunkgebührenpflicht.
  • Für Mobiltelefone mit Internetzugang (als neuartige Rundfunkempfangsgeräte), die damit gestreamte Rundfunksendungen empfangen können, ist seit dem 1. Januar 2007 eine Rundfunkgebühr von 5,52 € monatlich zu zahlen.

Für die meisten privaten Nutzer entstehen aufgrund der Zweitgerätebefreiung dadurch allerdings keine zusätzlichen Kosten.

Notruffunktion

Mit jedem Mobiltelefon kann der Notruf 112 (über die „911“ gelangt man mit manchen Mobiltelefonen ebenso zur Notrufzentrale) erreicht werden, auch wenn kein Guthaben vorhanden ist. Ab dem 1. Juli 2009 ist es nötig, dass eine SIM-Karte eingelegt ist. Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um, welche den Missbrauch von Notrufnummern verhindern soll. Zeitweise waren 80 Prozent der abgegebenen Notrufe missbräuchlich.

Nutzungsdauer

Die durchschnittliche Besitzdauer eines Mobiltelefons beträgt in Deutschland, bedingt durch Vertragslaufzeiten und Innovationszyklen, 18 bis 24 Monate. In Europa werden jährlich etwa 100 Millionen Altgeräte entsorgt. Das entspricht 10.000 Tonnen oder 400 LKW-Ladungen. Seit dem 24. März 2006 können in Deutschland Mobiltelefone laut dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz vom Verbraucher kostenlos entsorgt werden.


DiggDigg   | RedditReddit   | Add to Mixx!MixxDeldel.icio.usStumble Stumble it!Bookmark and Share Share it

More Articles
Mobile phone News Headlines
Brits could save £13,000 on mobile pho...
Published:Thu, 25 Aug 2011 05:18:11 -0700
Consumers could save thousands by switching their mobile phone provider says comparison site director.......
Can Mobile Phone Networks Be Improved t...
Published:Fri, 26 Aug 2011 04:05:39 -0700
Anyone in the eastern portion of the U.S. this week who was forced to evacuate an office, home or school following Tuesdays magnitude 5.8 earthquake soon noticed that cell phone s......
LG Electronics on mute as mobile phone ...
Published:Thu, 25 Aug 2011 22:32:58 -0700
SEOUL/SINGAPORE (Reuters) - South Koreas LG Electronics hasnt been so smart with its smartphone business. Its mobile phone division has suffered five consecutive quarterly losses,......
Millions miss out on savings due to mob...
Published:Thu, 25 Aug 2011 04:42:10 -0700
Consumers pay over the odds for their mobile phone bills due to misplaced provider loyalty.......
Mobile phone checks prove man not guilt...
Published:Fri, 26 Aug 2011 10:16:08 -0700
A LAW student has been cleared of supplying drugs in Colchester after mobile phone checks showed he was somewhere else at the time.......